Mit Bullen-Ente auf dem Börsenparkett

Jeder von uns brachte am Ende eine bunte Gummiente mit Bullenkopf zurück nach Hildesheim! Es war bei der Exkursion der 11c am 20.2.2020 in die Welt der Aktien gegangen, nämlich zur alterwürdigen hannoverschen Börse. Vorteil des kleinen Tierchens im Gegensatz zu Bulle und Bär, den weltweit gebräuchlichen Symbolfiguren von steigenden und fallenden Kursen, laut Aussage unseres Referenten (mit scherzendem Unterton): Sie schwimmt immer oben!

Neben solch anschaulichen Objekten gab es an diesem Vormittag aber vor allem eine breite Wissensvermittlung zum Thema Börse. Anschaulich vermittelte unser Referent, ein erfahrener Börsenprofi, nicht nur Fakten zur Börsengeschichte, zum Auf und Ab von Aktienkursen und zu den gehandelten Wertpapieren, laut seinen Aussagen teilweise mittlerweile auch immer stärker mit nachhaltiger Ausrichtung, sondern gab auch persönliche Einschätzungen und Tipps, z.B., dass man nicht nur auf die so genannten Performance-Indizes, wie in Deutschland besonders verbreitet, sondern vor allem auf den "wirklichen Maßstab", die Kurs-Indizes, achten solle. Erstere seien in vielen Situationen eher "Augenwischerei".

Durch unsere Fragen sowie diejenigen von Lüneburger eA-Kurs-Schülern, mit denen wir den Platz auf dem originalen Börsenparkettboden teilten, wurden auch kritische Aspekte angesprochen, z.B. die möglichen Auswirkungen des Börsenhandels mit Nahrungsmitteln auf die weltweite Armut. Bei diesem Punkt wurde jedoch vor allem auf die hierbei eher zentralen Rohstoffbörsen, z.B. in London und Chicago, hingewiesen.

Auch die Bankenkrise hierzulande, die auf den niedrigen Leitzins und auf deren Folge dementsprechend wenig lukrativer Geschäftsfelder, aber laut Referent auch auf eine starke Bankenregulierung zurückführe, wurde angesprochen, wobei auch deutlich wurde, dass es gerade amerikanischen Banken, im Gegensatz beispielsweise zur Deutschen Bank mit ihren jahrelangen Milliardenverlusten, zur Zeit eher gut gehe. Auch die Situation der deutschen Automobilindistrie wurde thematisiert, z.B. anhand der in den letzten Jahren stark unter Druck geratenen Daimler-Aktie. Nach "Diesel-Gate", den Sorgen über Auswirkungen der Umstellung auf E-Motoren und der Nachfrageabschwächung in Asien leiden zur Zeit aber auch die Zulieferer wie z.B. Continental.

Dabei wurde klar: Die Börse selbst verdient auch, wenn die Kurse fallen, da sie vom Handel, nicht von Kursgewinnen profitiert. Schade nur, dass in Krisenzeiten generell auch der Handel zurückgehe, beklagte unser Referent, und kam, wie auch an anderen Stellen seines Vortrags, zur dem Ratschlag, durchaus auch antizyklisch zu agieren.

Am Schluss gab es langen Applaus - und unser aller Resümee, dass auch andere Lerngruppen unbedingt einmal einen Blick auf dass alte Börsenparkett in der Landeshauptstadt werfen sollten.

(Pk)
NocheinsBñrse